Rätsel um Folsäureproblem gelöst
Sie haben es schwerer, überhaupt schwanger zu werden und sind dann besonders gefährdet, Komplikationen wie Fehl- oder Frühgeburten zu haben. Frauen, die mit diesen Problemen zu kämpfen haben, haben einen höheren Bedarf an Folsäure, also Vitamin B9. Bisher galt die landläufige Überzeugung, dass eine Unterversorgung mit diesem Vitamin durch die Ernährung kommt: Wer zu wenig Folsäure mit dem Essen zu sich nimmt, bekommt dann eben auch Folsäuremangel.
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse scheinen jetzt jedoch die wahre Ursache für den folgenschweren Mehrbedarf gefunden zu haben.
Eine Arbeitsgruppe um Prof. Christian Thaler (Leiter des Hormon- und Kinderwunschzentrums an der Frauenklinik der LMU München Großhadern) und der Molekularbiologe Prof. Peter Lohse hat jetzt entdeckt, dass eine Mutation auf einem bestimmten Gen für diesen Mehrbedarf verantwortlich ist. Es handelt sich dabei um ein Gen der MTHFR (Methylentetrahydrofolat-Reduktase). Bei Frauen mit dieser Genveränderung arbeiten die Eierstöcke nicht optimal. Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, brauchen sie mehr Folsäure als normal, sollten also eine entsprechende Vitaminbehandlung durchführen. Übrigens tritt diese genetische Veränderung bei jedem zweiten Mitteleuropäer auf. Der dadurch erhöhte Folsäure-Mehrbedarf kann jedoch nicht nur Folgen für Frauen haben.
Wird dieser Mehrbedarf nicht gedeckt, besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen – und das betrifft beide Geschlechter, also Frauen und Männer.
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